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Die Bevölkerungsstatistik 1 (demographische Statistik 1) ist derjenige Zweig der Statistik, der zahlenmäßige Angaben 2 (numerische Daten 2) über die „Bevölkerungen” (101-3) sammelt, verarbeitet und in Gestalt von „Bevölkerungsstatistiken” (102-2) bereitstellt. Die Beobachtungen 3 betreffend die verschiedenen statistischen „Einheiten” (110-1) werden mit Hilfe der entsprechenden „Formblätter” (206-1) erhoben 4 (gesammelt 4), die so gewonnenen „Unterlagen” (221-2) geprüft 5 (kontrolliert 5, revidiert 5), um offenkundige Unvollständigkeiten oder Unstimmigkeiten auszuschalten. Die Angaben werden nach erfolgter Gruppenbildung 7 (Klassifizierung 7) der Tabellierung 6 (Fassung in Tabellen 6) unterzogen. Die Gruppierung erfolgt in der Weise, daß die statistischen Einheiten auf Grund gemeinsamer Merkmale auf eine Anzahl von Gruppen 8 (Klassen 8) relativ gleichartiger Einheiten verteilt werden. Der gesamte Vorgang der Prüfung, Gruppierung und Tabellierung wird statistische Aufbereitung 9 genannt.

  • 1. Bevölkerungsstatistik (demographische Statistik), S. f. — Bevölkerungsstatistiker, S. m.: Vertreter der Bevölkerungsstatistik.
  • 4. (statistische) Erhebung, S. f. — erheben, V. t.
  • 5. prüfen, kontrollieren, revidieren, V. t. — Prüfung, Kontrolle, Revision, S. f. — Prüfer, Kontrolleur (österr. KontroIIor), Revisor, S. m.
  • 6. tabellieren, V. t.': eine Tabelle aufstellen.
  • 7. Gruppenbildung, S. f., Gruppierung, S. f., Klassifizierung, S. f.: Die Aufspaltung (Gliederung) der Angaben nach einzelnen Gruppen, auch das Ergebnis dieser Tätigkeit — gruppieren, V. t. klassifizieren, V. t. — Gruppeneinteilung, S. f. — Gliederung, S. f. (Aufgliederung, S. f., Ausgliederung, S. f.) Klassifikation, S. f., wird auch in einem nicht aktiven Sinn gebraucht als der Rahmen, innerhalb dessen die Aufgliederung, Gruppierung des Materials vollzogen wird. In der Bedeutung von «Gliederung” werden auch manchmal die Ausdrücke Untergliederung und Tiefengliederung verwendet, doch” sollten diese beiden nur für kombinierte Gliederungen vorbehalten bleiben. Der Inhalt einer Gruppe (z. B. »ohne Angabe”, 210-7) kann, z. B. schlösselmäßig, auf andere Gruppen aufgeteilt, aufgespalten werden. — aufteilen, aufspalten, V. t. — Aufteilung, Aufspaltung, S. f.
  • 9. Die auf die statistische Aufbereitung folgende Analyse der Zahlen wird als statistische Auswertung bezeichnet. — In einem weiteren Sinne wird manchmal der Begriff der Auswertung auch auf die Aufbereitung ausgedehnt.

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Die aus den vorausgehenden (130) Operationen hervorgegangenen Rohergebnisse 1 bestehen aus Aneinanderreihungen 2 von Grundzahlen 3 (absoluten Zahlen 3), die zumeist zu Zahlentabellen 4 (Grundtabellen 4, Liefertabellen 4) zusammengefügt werden. Ihre „Aufteilung” („Aufgliederung”, „Ausgliederung”, 130-7*) kann entweder nach den Werten gewisser zahlenmäßiger (quantitativer) Merkmale erfolgen, die dann als Variable 5 (z. B.Alter, Kinderzahl, siehe 143) betrachtet werden, oder nach gewissen artmäßigen Merkmalen 6 (qualitativen Merkmalen 6, z. B. Geschlecht, Familienstand). Erfolgt die Gliederung in Verbindung (Kombination) mehrerer Merkmale, so entstehen Kombinationstabellen 7 (Tabellen mit mehrfachem Eingang 7), z. B. „mit doppeltem Eingang”, „mit dreifachem Eingang” usw. Man nennt zusammenfassende Tabellen 8 (Übersichten 8) solche Tabellen, die den Inhalt einer Anzahl meist ausführlicherer Einzeltabellen 9 (Teiltabellen 9) übersichtlich zusammenfassen.

  • 1. Die Kennzeichnung als „Rohergebnisse” erfolgt im Gegensatz zu den bearbeiteten (verarbeiteten) Ergebnissen, die auf Grund einer die feineren Verfahren der statistischen Theorie benutzenden weiteren Verarbeitung aus den Rohergebnissen gewonnen und für die .statistische Analyse” (132-1) verwendet werden.
  • 2. Solche Aneinanderreihungen” von Zahlen sind nicht zu verwechseln mit den statistischen Reihen, die, auf dem Reihungsprinzip der naturlichen Zahlenreihe beruhend, einen sachlichen Zusammenhang zwischen Zahlen zum Ausdruck bringen.
  • 3. Die Bezeichnung „absolute Zahlen” („Grundzahlen”) betrifft den Gegensatz zu den Relativzahlen (Verhältniszahlen”, 133-1), die bereits zu den bearbeiteten Ergebnissen gehören. Der Ausdruck „Ziffer” (133-4) sollte nicht für absolute Zahlen verwendet werden.
    Die Teilergebnisse der Aufbereitung werden in Arbeitstabeilen S. f., eingetragen, die zu Konzentrationstabellen, S. f., verdichtet werden.

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Die Analyse 1 (Auswertung 1) stützt sich meist auf Ergebnisse, die durch Bearbeitung aus den Grundzahlen gewonnen sind: bearbeitete Ergebnisse 2 (abgeleitete Zahlen 2). Eine der ersten Operationen der Verarbeitung besteht gewöhnlich in der Berechnung 3 (Gewinnung 3) von „Verhältniszahlen” (133-1), von denen gewisse Arten besondere Bezeichnungen erfahren haben.

  • 2. bearbeitet, P.P. von bearbeiten, V. t. — Bearbeitung, S. f.: Änderung eines Stoffes durch eine lange, sorgsame Arbeit.
  • 3. rechnen, berechnen, V. t. — Rechnung, Berechnung, S. f. — Rechner, S. m. Rechnerin, S. f.: Die mit Rechenarbeiten betrauten Personen.

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Die Bezeichnung Verhältniszahl 1 druckt ganz allgemein das Ergebnis der Beziehung einer „statistischen Masse” (101-2) auf eine andere aus. Eine Gliederungszahl 2 (Anteil 2, Quote 2) mißt die Größe eines Teiles im Verhältnis zum Ganzen. Eine Prozentzahl 3 (Prozentsatz 3, Hundertsatz 3, H-Satz 3) stellt die Größe der bezogenen statistischen Masse im Verhältnis zu 100 Einheiten der Beziehungsmasse dar. Die Häufigkeitsziffer 4 (Häufigkeitskoeffizient 4), vielfach auch nur Häufigkeit4 oder Ziffer4, gelegentlich auch Rate 4 genannt, drückt die relative Häufigkeit 5 (relative Frequenz 5, 144-3) eines Ereignisses in Beziehung auf die Größe der Masse aus, an der das Ereignis vor sich geht.

  • 1. Für gewisse Häufigkeitsziffern wird, wenn zwischen der Ereignismasse und der Beziehungsmasse ein ursächlicher Zusammenhang besteht, auch der Ausdruck Verursachungszahlen (z. B. „Fruchtbarkeitsziffer” 631-1 im Gegensatz zur „Geborenenziffer”, 630-1) gebraucht. Für Verhältnis-zahien eines losen Zusammenhanges ist auch der Ausdruck Entsprechungszahlen üblich (z. B. Zahl der Schüler auf eine Lehrperson). Wo die Beziehungsgröße eine Fläche oder ein Raum ist, werden Entsprechungszahlen oft auch Dichtezahlen genannt (z. B. Bevölkerungsdichte).
  • 3. An Stelle von „H-Satz” und T-Satz (Tausendsatz) wird im deutschen Schrifttum manchmal auch „vH-Satz” und „vT-Satz” gebraucht, doch ist diese Bezeichnung nicht zu empfehlen, da genauerweise zwischen „vH-Satz” und „aH-Satz” (vT-Satz und aT-Satz) unterschieden werden müßte.
  • 4. Anstelle von Prozenten werden bisweilen Promille, (je nach der Beziehungslage vom Tausend — vT — oder auf Tausend — aT), das ist die Beziehung auf 1000 Einheiten der Beziehungsgröße, gebraucht oder Verhältniszahlen, die auf ein anderes dekadisches Vielfaches von 1 bezogen sind. — Beziehungsmasse, S. f. (Beziehungsgröße, S. f.): die im Nenner des Bruches stehende Größe. — bezogene Masse, S. f.: die im Zähler stehende Größe.

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Die „Häufigkeit” (133-4) eines Ereignisses kann manchmal als empirische Wahrscheinlichkeit 1 eines Ereignisses angesehen werden. Dabei wird angenommen, daß das beobachtete Ereignis ein Risiko 2 (Aussicht 2, Chance 2) für die im Nenner des Quotienten stehende Gruppe von Personen darstellt, die dem Risiko ausgesetzt 3 sind. (Man beachte, daß das Wort „Risiko” nicht immer ein unerwünschtes Ereignis betreffen muß.) Da für verschiedene Einheiten einer Bevölkerung ganz verschiedene Risiken gelten, bemüht man sich, die Bevölkerung in Gruppen zu gliedern, die hinsichtlich des Ereignisses möglichste Gleichartigkeit 4 (Homogenität 4) aufweisen, auf diese Weise die Ungleichartigkeit 5 (Heterogenität 5) möglichst vermindernd. Die für solche Gruppen berechneten Häufigkeitsziffern werden besondere Häufigkeitsziffern 6 (spezifische Häufigkeitsziffern 6, z. B. altersspezifische Häufigkeitsziffern) genannt, zum Unterschied von den allgemeinen Häufigkeitsziffern 7, die sich auf die Gesamtbevölkerung beziehen.

  • 1. Wahrscheinlichkeit, S. f. — wahrscheinlich, Adj.
  • 2. Risiko, S. n., Mehrzahl: Risiken (österr. auch Risken) riskieren, V. t. = ein Risiko eingehen.
  • 4. Gleichartigkeit, S. f. — gleichartig, Adj. Homogenität, S. f., — homogen, Adj.
  • 5. Ungleichartigkeit, S. f., — ungleichartig, Adj. Heterogenität, S. f.— heterogen, Adj.
  • 6. Die Bezeichnungen „besondere” und „allgemeine Häufigkeitsziffer” sind allgemeine Kennzeichnungen, die im Deutschen im gegebenen Fall nicht besonders ausgedrückt werden. Man sagt z. B. „Sterbeziffer nach dem Alter” und nicht „besondere Sterbeziffer nach dem Alter”, ebenso ist unter „Sterbeziffer” an sich immer die allgemeine Sterbeziffer gemeint, ohne daß dies besonders hinzugefügt wird.

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Die Angaben werden vorläufig 1 (provisorisch 1) genannt, wenn sie auf unvollständigen oder ungenügend geprüften Erhebungen beruhen, andernfalls endgültig 2 (definitiv 2). In ähnlicher Weise werden die auf dieser Grundlage berechneten Verhältniszahlen vorläufige Verhältniszahlen 3 und endgültige Verhältniszahlen 4 genannt. Wenn eine unvorhergesehene, nachträgliche Kenntnis zur Änderung von Zahlen zwingt, die als definitiv angesehen wurden, so spricht man von berichtigten Zahlen 5, revidierten Zahlen 5, korrigierten Zahlen 5, rektifizierten Zahlen 5. Bereinigte Zahlen 6 nennt man solche, in denen durch ein besonderes Verfahren eine bestimmte, als Störung angesehene Tatsache ausgeschaltet wird (z. B. saisonbereinigte Zahlen). Man nennt standardisierte Ziffern 7 solche, in denen zu Vergleichszwecken der Einfluß eines bei den verschiedenen Massen auftretenden, als störend betrachteten Faktors ausgeschaltet wird (z. B. die Wirkung der Verschiedenheit des Altersaufbaues auf die Sterbeziffer). Das Gegenteil zu diesen durch verschiedene Verfahren verfeinerten Ziffern sind die rohen Häufigkeitsziffern 8 (131-1).

  • 6. bereinigt, P. P. von bereinigen, V. f. — Bereinigung, S. f. Diese Begriffe werden im deutschen Schrifttum gelegentlich auch für standardisiert bzw. Standardisierung gebraucht. Im Gegensatz zu den „berichtigten” oder „bereinigten Zahlen” versteht man unter abgestimmten Zahlen solche, die nach Vornahme von Auf- und Abrundungen von Summanden mit der gleichfalls auf- oder abgerundeten Summe in Einklang gebracht werden.
    abstimmen, V. t. — Abstimmung, S. f. Mit dieser Bedeutung nicht zu verwechseln sind die Bezeichnungen „abstimmen” und „Abstimmung” über einen Antrag.

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Im weitesten Sinne des Wortes versteht man unter Index 1 eine zum Zwecke der Analyse eines Zahlenmaterials berechnete, kennzeichnende Maßzahl (siehe ein Beispiel des Wortes Index in diesem Sinne unter 141-3). In einem besonderen Sinn wird Index 2 (Indexziffer 2, Indexzahl 2, Meßziffer 2, Meßzahl 2) gebraucht, um das Verhältnis des Wertes einer Größe zu einer anderen gleichartigen Größe zu einer anderen Zeit, an einem anderen Orte oder einer ähnlichen Größe etwas verschiedener Art auszudrücken, wobei die Basisgröße 3 (Basiszahl 3) = 100 (oder 1 oder einem anderen dekadischen Vielfachen von 10) gesetzt wird.

  • 1. Index, S. m., Mehrzahl: Indizes (Indices). — In einem anderen Sinne bedeutet Index (Anzeiger) in algebraischer Darstellung die einem Symbol meist rechts unten beigesetzte nähere Bestimmung (z. B. M20 die Gestorbenen des Altersjahres 20).

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Zahlreiche Maßzahlen der Demographie sind an bestimmte Beobachtungsperioden 1 (Beobachtungszeiträume 1) gebunden. Man nennt sie Jahresziffern 2, wenn sie sich auf ein Jahr beziehen, und durchschnittliche Jahresziffern 3, wenn sie Durchschnitte aus mehreren Jahresziffern darstellen. Ziffern, die auf kürzere Zeitstrecken als ein Jahr berechnet werden, werden häufig durch Multiplikation mit einem entsprechenden Faktor auf ein Jahr umgerechnet 4. Man definiert die Augenblicksziffer 5 (Grenzwertziffer 5, Intensität 5) als die Grenze, zu der die auf die Zeiteinheit bezogene, die relative Häufigkeit des Ereignisses messende Ziffer strebt, wenn sich die Ausdehnung der Betrachtungsperiode Null nähert (432-4).

  • 4. Vierteljahres- und Monatsziffern werden gewöhnlich auf das ganze Jahr bezogen, doch sollte dies besonders angegeben werden.

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