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Die Ehelösung 1 (Auflösung einer Ehe 1, 501-2) kann durch den Tod eines Ehegatten, in manchen Ländern auch durch ein gerichtliches Urteil oder nach Gewohnheitsrecht erfolgen. Bei Ehelösung durch Tod wird der überlebende Ehegatte Witwer 2, die überlebende Ehegattin Witwe 3 genannt. Verwitwete Personen 4 leben im Witwenstand 5.

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Gesetzgebung oder Gewohnheitsrecht können auch die Ehescheidung 1 vorsehen. Sie erfolgt durch ein gerichtliches Scheidungsurteil 2 und kann die Folge einer Verweigerung der ehelichen Pflicht 3 durch einen der „Ehegatten” (501-5) sein. Die geschiedenen Personen 4 werden geschiedener Mann 5 und geschiedene Frau 6 genannt.

  • 1. Scheidung, S. f. — eine Ehe mit . . . scheiden, V. i.
  • 3. Verweigerung, S. f., der ehelichen Pflicht, oft kurz auch Eheverweigerung genannt = dem Gatten (oder der Gattin) die Ehe, d. h. die geschlechtliche Vereinigung, verweigern, V. i.

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In Ländern, in denen der Grundsatz der Unauflösbarkeif der Ehe 1 gilt, kann nur der Tod die Ehe auflösen. Durch Gerichtsurteil ist dann manchmal nur eine Trennung von Tisch und Bett 2 (Scheidung von Tisch und Bett 2) möglich, die von der Pflicht des Zusammenlebens 3 bei Weiterbestehen der Ehe entbindet. Die Gatten werden dann gerichtlich getrennt 4 genannt. Von dieser gerichtlichen Trennung ist die tatsächliche Trennung 5 der Ehegatten ohne gerichtliche Formalität zu unterscheiden. Die tatsächliche Trennung kann durch das Verlassenwerden 6 des einen Gatten durch den anderen bewirkt werden. Man spricht bei tatsächlicher Trennung von getrenntlebenden Ehegatten 7 (getrenntlebendes Paar 7).

  • 2. und 4. Im deutschen Sprachbereich wechseln je nach den gesetzlichen Bestimmungen die Ausdrücke gerichtliche Scheidung und gerichtliche Trennung die Bedeutung, indem bald das eine die Scheidung von Tisch und Bett, das andere die gerichtliche Auflösung der Ehe bedeutet, bald umgekehrt. Es ist unerläßlich, im Falle der Trennung einer Ehe das bestimmende Adjektivum hinzuzufügen: gerichtlich getrennt oder tatsächlich getrennt, ebenso im Falle der bloßen „Scheidung (Trennung) von Tisch und Bett” diesen Ausdruck im vollen Umfang zu benützen.

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Die Erklärung der Nichtigkeit (Ungültigkeit) einer Ehe 1 (Eheaufhebung 1) erfolgt in einem Urteil, das das Fehlen eines trotz Eheschließung gesetzlich gültigen Ehebandes 2 feststellt. Davon ist zu unterscheiden die Auflösung der ehelichen Gemeinschaft 3, die in allgemeiner Art jede Art der Trennung der Ehegatten betrifft: durch „Tod” (401-3*), „Scheidung” (511-1*), „gesetzliche” oder „tatsächliche Trennung”.

  • 1. Neben der Nichtigkeitserklärung gibt es unter gewissen Voraussetzungen eine Aufhebung der Ehe.

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Die heiratsfähige (ehefähige) Bevölkerung 1 umfaßt alle Personen, die die gesetzlichen oder gewohnheitsrechtlichen Voraussetzungen für eine „Eheschließung” (501-4) erfüllen. Die Personen, bei denen das nicht zutrifft, bilden die nicht heiratsfähige (nicht ehefähige) Bevölkerung 2. In „monogamen” (502-3) Gesellschaften unterscheidet man häufig die Erst-Ehen 3 oder Ehen von Ledigen 3 (515-2) von den Wiederverheiratungen 4 von „verwitweten” (510-4) oder „geschiedenen” (511-4) Personen. Da die Ordnungszahl (Reihenzahl) der Ehe 5 bei den beiden Ehegatten verschieden sein kann, bezeichnet man üblicherweise als Erst-Ehen nur solche, in denen beide Ehegatten vor der Eheschließung ledig waren.

  • 4. Wiederverheiratung, S. f. — wiederverheiratet, adjektivisch gebrauchtes P. P.

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Man gliedert die Bevölkerung nach dem Familienstand 1 in Ledige 2, das sind Personen, die niemals rechtsgültig verheiratet waren, Verheiratete 5, das sind Personen, die in einer rechtsgültigen Ehe leben (501) oder, bei Weiterbestehen der Ehe, „von Tisch und Bett getrennt” sind (512-2), „Verwitwete” (510-2-4) und „Geschiedene” („Getrennte”, 512). Die Ledigen männlichen Geschlechts werden auch Junggeselle 3 genannt, die weiblichen Geschlechts Junggesellin4 (früher Jungfer 4, jetzt meist nur gebraucht in der spöttischen Verbindung „alte Jungfer”). Die verheirateten Personen 5 gliedern sich nach dem Geschlecht in die verheirateten Männer 6 und die verheirateten Frauen 7. Unter den nicht ledigen Personen 8 sind alle verheirateten, verwitweten und geschiedenen Personen begriffen.

  • 1. Familienstand, S. m.
  • 2. ledig, Adj. — Ledigenstand, S. m.
  • 3. Junggeselle, S. m.
  • 4. Jungfer, S. f.
  • 8. Die Ledigen, Verwitweten und Geschiedenen ergeben zusammen die Unverheirateten.

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