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Fortpflanzung

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601

Unter Fruchtbarkeit 1 (621) im weiteren Sinne versteht man die Gesamtheit der zahlenmäßigen Erscheinungen, die unmittelbar mit der Zeugung 2, (Erzeugung 2, Hervorbringung 2) von Kindern innerhalb von „Bevölkerungen” (101-3) oder „Teilbevölkerungen” (101-5) zusammenhängen. Mit Geborenenhäufigkeit 1 (Ge-burtlichkeit 1, Natalität 1) bezeichnet man die Häufigkeit der Geborenen 3 (Geburten in dem unter 601-3* definierten Sinne) im Verhältnis zur Zahl der Bevölkerung als Ganzes. Unter „Fruchtbarkeit” im besonderen Sinne versteht die Demo-graphie die Häufigkeit der Geborenen in Beziehung auf die Bevölkerung eines Geschlechts, meist des weiblichen im fortpflanzungsfähigen Alter (620-1, auch 631). Die Lebendgeburten 4, das sind die Geburten von lebendgeborenen Kindern 4 oder kurz Lebendgeborenen 5, werden von den Geburten von „Totgeborenen” (410-6*) unterschieden nach den Kriterien der Lebensfähigkeit wie Atmung, Muskelbewegungen, Herzschlag nach vollendeter Ausstoßung oder Extraktion des Kindes. Man spricht auch von wirksamer Geborenenhäufigkeit 6 oder wirksamer Fruchtbarkeit 6, wenn nur die Lebendgeborenen und von gesamter Geborenenhäufigkeit 7 oder gesamter Fruchtbarkeit 7, wenn alle Geborenen, also einschließlich der Totgeborenen, berücksichtigt werden.

  • 2. Zeugung (auch Erzeugung), S. f. — zeugen (erzeugen), V. t. — Erzeuger, S. m.
  • 3. geboren, P. P. von gebären, in Verbindungen wie lebendgeboren meist substantivisch gebraucht, z. B. die „Lebendgeborenen” (in der Statistik immer als Plural). Die Zahl der „Geborenen” ist identisch mit der Zahl der „Geburten”, wenn unter „Geburt” jeder einzelne Geburtsakt verstanden wird, so daß also bei „Mehrlingsgeburten” (606-2) eine „Niederkunft” (603-4) zwei oder mehrere Geburten (Geburtsakte) umfaßt. Da diese wissenschaftliche Unterscheidung im allgemeinen Sprachgebrauch und sogar in der statistischen Fachliteratur nicht immer beachtet und „Geburt” oft im Sinne von „Niederkunft” gebraucht wird, soll hier die Bezeichnung „Zahl der Geborenen” anstelle der zweideutigen Bezeichnung „Zahl der Geburten” und dementsprechend auch die Bezeichnung „Geborenenziffer” (630-1) statt „Geburtenziffer” usw. verwendet werden.

602

Die Empfängnis 1 (Konzeption 1), die in der Befruchtung 2 eines Eies 3 durch ein Spermatozoon 4 besteht, bedeutet den Beginn der Schwangerschaft 5 der Frau, die empfangen hat. Das Ergebnis der Empfängnis 6 (die Frucht 6) wird in den ersten Stadien Embryo 7, später Fötus 7 genannt. Der Zeitpunkt des Überganges wird verschieden angenommen. Mit „Embryo” ist immer die Frucht in den ersten Monaten gemeint. Wenige Tage nach der Empfängnis erfolgt die Nidation 8, das ist die Einnistung des Eies 8 (602-3) in die Schleimhaut der Gebärmutter 9 (Uterus9).

  • 1. Empfängnis, S. f. — empfangen, V. i.
  • 2. Befruchtung, S. f. — befruchten, V. t. — befruchtungsfähig, Adj. — künstliche Befruchtung ist Befruchtung durch künstliche Besamung, d. i. durch andere Methoden als den Geschlechtsakt (624-2) — Frucht, S. f.
  • 4. Spermatozoon, S. n. — Sperma, S. n., gleich Samen, S. m.
  • 5. Schwangerschaft, S. f. — schwanger, Ad
  • 7. Embryo, S. m. — embryonal, Adj, (häufig ersetzt durch das Bestimmungswort „Embryonen-” in zusammengesetzten Hauptwörtern) — Embryologie, S. f.: Wissenschaft von der Entwicklung des Embryos. Fötus (Fetus), S. m. — fötal (fetal), Adj.

603

Eine „Frucht” (602-6) wird lebensfähig 1 genannt, wenn sie fähig ist, außerhalb des Mutterleibes zu leben, so gering ihre Aussichten weiterzuleben auch sein mögen, nicht lebensfähig 2 im Gegenfaile. üblicherweise wird eine Frucht bei einer Mindestdauer der Schwangerschaft 3 von 5-7 Monaten als lebensfähig angesehen. Je nachdem, ob diese Dauer erreicht oder unterschritten ist, spricht man von Geburt 4 (Entbindung 4, Niederkunft 4, 601-3*) oder Fehlgeburt 5 (Abortus 5, Abort 5). Da die Dauer der Schwangerschaft in der Regel nicht genau erfaßbar ist, wird die Abgrenzung der Lebensfähigkeit nach der Körperlänge der Frucht vorgenommen. Dies ist jedoch nur bei einer Unterscheidung zwischen Fehlgeburt und „Totgeburt” (410-6*) von Bedeutung. In Deutschland liegt die Grenze bei 35 cm. Mit Wochenbett 6 (Puerperium 6) bezeichnet man den auf die Niederkunft folgenden, ungefähr sechs Wochen umfassenden Zeitraum, während dessen die Gebärmutter wieder ihre normalen Ausmaße annimmt und die Wahrscheinlichkeit einer neuen Empfängnis verhältnismäßig gering ist.

  • 1. lebensfähig, Adj. — Lebensfähigkeit, S. f.
  • 4. Entbindung, S. f. — entbinden, V. t. — Niederkunft, S. f. — niederkommen (mit einem Kinde), V. i.
  • 5. Abort, S. m. — Abortus, S. m. — abortieren, V. i.

604

Man nennt Spontanabortus 1 (Fruchtabgang 1) den unfreiwilligen Abortus, im Gegensatz zur künstlichen Schwangerschaftsunterbrechung 2 (Schwangerschaftsabbruch 2, künstlicher Abort 2). Die Schwangerschaftsunterbrechung aus medizinischer Indikation 3 hat den Zweck, die Gesundheit der Frqu zu schützen. Da die Gesetzgebung mancher Staaten die Schwangerschaftsunterbrechung unter gewissen Voraussetzungen (medizinische, sittliche, ethische, humanitäre, eugenische, soziale Indikation) zuläßt, muß zwischen gesetzlich erlaubter (legaler) Schwangerschaftsunterbrechung 4 und gesetzlich unerlaubter (illegaler) Schwangerschaftsunterbrechung 5 (Abtreibung 5, Fruchtabtreibung 5) unterschieden werden.

  • 5. Wo die „illegale Schwangerschaftsunterbrechung” mit Strafe bedroht ist, wird sie auch kriminelle Schwangerschaftsunterbrechung genannt.
    Unterbrechung, S. f. — unterbrechen, V. t.

605

Die „Geburt” (603-4) kann eine rechtzeitige Geburt 1 oder eine verfrühte Geburt 2 (Frühgeburt 2) sein. Danach unterscheidet man rechtzeitig (normal) geborene Kinder 3 und frühgeborene Kinder 4 (Frühgeborene 4). Unter Vorzeitigkeit der Geburt 5 werden alle Erscheinungen verstanden, die mit der „Frühgeburt” (605-2) zusammenhängen. Als „Frühgeborene” (605-4) bezeichnet man im allgemeinen solche Kinder, die früher als 3 bis 4 Wochen vor dem Ende der üblichen Schwangerschaft geboren werden. Um der Schwierigkeit der zeitlichen Abgrenzung der Rechtzeitigkeit von der Frühzeitigkeit der Geburten auszuweichen, wird in manchen Staaten ein Mindestgewicht bei der Geburt 6 von 2500 g als Merkmal für die Rechtzeitigkeit der Geburt gefordert. Das gleiche Grenzgewicht gilt für rechtzeitig geborene lebensschwache Kinder 7, das sind Kinder, die in einem Zustand abnormaler Schwäche geboren wurden.

  • 2. Analog gibt es auch eine verspätete Geburt (Spätgeburt). — Das Wort „Frühgeburt” bedeutet im allgemeinen Sprachgebrauch nicht nur den vorzeitigen Geburtsakt, sondern auch das frühgeborene Kind selbst (605-4).
  • 4. Im Gegenfalle redet man von übertragenen Kindern.
  • 7. Lebensschwäche, S. f. — lebensschwach, schwächlich, Adj.

606

Man nennt eine einfache Geburt 1 eine solche, bei der ein einziges Kind geboren wird. Werden bei einer Niederkunft mehrere Kinder geboren, Zwillingsgeburt 2, Mehrlingsgeburt 2, dann werden die Kinder Zwillinge 3, Drillinge 3, Vierlinge 3, Fünflinge 3 genannt. Eineiige Zwillinge 4 (EZ) entstehen durch frühe Teilung eines ursprünglich einheitlichen Keimes. Zweieiige Zwillinge 5 (ZZ) sind solche, die aus der gleichzeitigen Befruchtung zweier Eier hervorgegangen sind.

  • 2. Die Zahlen der „Niederkünfte” (603-4, Geburten im weiteren Sinne, 601-3*) und diejenigen der „Geborenen” (601-3) müssen nicht identisch sein. Man kann die Zahl der Geborenen auf eine Niederkunft berechnen. Gewöhnlich berechnet allerdings die Statistik den Anteil der Zwillings-(Mehrling-) Niederkünfte an der Gesamtzahl der Niederkünfte.
  • 5. Pärchenzwillinge (PZ), d. h. verschiedengeschlechtige Zwillinge, sind stets „zweieiige Zwillinge”.

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