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330

Die Bewohner eines Landes gliedern sich in die Staatsangehörigen 1 (Staatsbürger 1, Untertanen 1) des Staates und in die Ausländer 2, die Bürger eines anderen Staates oder Staatenlose 3 sein können, d. h. keine Staatsbürgerschaft 4 (Staatsangehörigkeit 4) besitzen. Die Ausdrücke „nationalité”, „nationality” und die entsprechenden Ausdrücke in anderen Sprachen dürfen im Deutschen nicht mit Nationalität 5 übersetzt werden, da dieses Wort hier den Sinn von Volkszugehörigkeit 5 (also den auf „nationalité ethnique” eingeschränkten Sinn von „nationalite”, 305-2) hat, während „Staatsbürgerschaft” (330-4) im Französischen genauer als „nationalité politique” ausgedrückt wird.
Von der „Nationalität” (330-5) spricht man besonders in mehrvölkischen Staaten 6 (multinationalen Staaten 6, Nationalitätenstaaten 6, vgl. dazu auch 333).

  • 1. Der Ausdruck „Untertan” ist heute, als mit der modernen Auffassung vom Staatsburger im Widerspruch stehend, in souveränen Staaten außer Gebrauch gekommen.
    Bisweilen, besonders in Kolonialgebieten, gibt es noch eine Unterscheidung zwischen „Staatsbürgern” und „Untertanen”, wobei die letztgenannten Staatsburger geringeren Rechtes sind. Die „Staatsangehörigen” von Protektoraten werden Protektoratsangehörige genannt.

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Die Einbürgerung 1 (Naturalisierung 1, Naturalisation 1) verleiht dem Ausländer die Stellung eines Staatsbürgers, der dadurch eingebürgert 2 (naturalisiert 2) wird. Über die Einbürgerung wird meist eine Einbürgerungsurkunde 3 ausgestellt. Manche Gesetzgebungen sehen einen Widerruf der Einbürgerung 4 vor, der den Verlust der Staatsangehörigkeit 5 (Entlassung aus der Staatsangehörigkeit 5, Ausbürgerung 5) zur Folge hat. Bei der Gliederung der Bewohner nach der Staatsangehörigkeit können Fälle doppelter Staatsangehörigkeit 6 (doppelte Staatsbürgerschaft 6, doppeltes Bürgerrecht 6) Schwierigkeiten bereiten. Die Ausländer unterscheidet man manchmal nach im Gastland wohnhaften Ausländern 7 und vorübergehend anwesenden Ausländern 8.

  • 1. und 2. Im Falle der Option (Staatsangehörigkeitswahl, Staatsangehörigkeitsentscheidung) wird der Bevölkerung eines die Zugehörigkeit zu einem Staat wechselnden Gebietes die Wahl des Staates, dessen Staatsangehörigkeit sie in Zukunft zu besitzen wünschen, freigestellt.
    Einbürgerung, S. f. — Naturalisierung, Naturalisation, S. f. — einbürgern, V. t. — naturalisieren, V. t. Da die Staatsangehörigkeit manchmal auch noch auf anderem Wege als durch Einbürgerung erworben werden kann, z. B. durch Heirat oder durch Staatsangehörigkeitserklärung (Option), so ist Erwerb der Staatsangehörigkeit der allgemeine Ausdruck.

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In einem Lande geborene Personen bezeichnet man als die dort Gebürtigen 1. Unter Urbewohnern 2 (Eingeborenen 2) versteht man Personen, deren Vorfahren seit unvordenklichen Zeiten das Land bewohnt haben. In der Statistik macht man manchmal eine Unterscheidung zwischen im Inlande Geborenen 3 und im Ausland Geborenen 4.

  • 1. Die Gesamtheit der in einem Gebiet geborenen, in einem Zeitpunkt lebenden Personen nennt man die Geburtsbevölkerung dieses Gebietes.
  • 2. Die Bezeichnung „Eingeborene” wird nur für Bevölkerungen niedriger Entwicklungsstufe gebraucht.

333

In der Anthropologie versteht man unter Rasse 1 eine Menschengruppe mit gemeinsamen körperlichen und geistigen Merkmalen, die vererblich sind oder als erblich angenommen werden. Der Ausdruck Volksgruppe 2 (ethnische Gruppe 2) bezieht sich auf eine Menschengruppe von gemeinsamen körperlichen, sprach-liehen und kulturellen Merkmalen. Wenn sich diese Gruppe durch gemeinsame geschichtliche Entwicklung ein Gemeinsamkeitsbewußtsein erworben hat, so bezeichnet man sie als ein Volk 3 (im Deutschen auch eine Nationalität 3) und, wenn sie sich (ganz oder in einem Teil) staatlich organisiert hat, auch als eine „Nation” (305-2*). Völker oder Volksteile, die ein Land in zahlenmäßiger Minderheit neben einer andersvölkischen Mehrheit bewohnen, nennt man Minderheiten 4, z. B. ethnische, nationale, sprachliche, aber auch religiöse Minderheiten.

  • 1. Rasse, S. f. — rassisch (rassemäßig), Adj. in Verbindung mit Substantiven meist als Bestimmungswort „Rassen-” wie Rassenkunde, Rassenhaß. In manchen anderen Sprachen benützte Ausdrucke, des gleichen Stammes wie race, sind im Deutschen mit „Volkszugehörigkeit” (330-5) zu übersetzen.
  • 2. ethnisch, Adj. mit Substantiven auch „Völker-”, z. B. Völkermuseum. Der Ausdruck „ethnisch” wird derzeit häufig, wenn auch ungenau, für „rassisch” gebraucht, da der Rassegedanke durch die Erinnerung an eine von Rassenhaß erfüllte Politik in den Augen vieler diskreditiert erscheint.
  • 3. Volk, S. n. — völkisch (-national), Adj.

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Manche Staaten stellen Rassenstatistiken nach der Hautfarbe 1 auf. Es werden dann die Weißen 2 von den Farbigen 3 unterschieden. Als besondere Gruppe kommen die Mischlinge 5 hinzu, die aus einer Vermischung 4 von Menschen verschiedener „Rasse” (333-1) hervorgehen.

  • 4. Das Gegenstück zu Rassenvermischung, S. f., ist Rassentrennung, S. f., „Apartheid”, S. f., die sich bemüht, den Verkehr zwischen verschiedenen auf einem Gebiet lebenden rassischen (333-1 *) Gruppen zu unterbinden.
  • 5. Ein Mischling aus Weißen und Negern wird Mulatte genannt, zwischen Weißen und Indianern in Latein-Amerika Mestize, zwischen Weißen und Asiaten Zambo.

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